Tagesnotizen im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2008

Vergabe der Forschungsförderungspreise des Deutschen Hautforschungszentrums (DHFZ)

(Sie finden diesen Bericht auch als pdf-Datei in unserem Downloadbereich.)

Im November des vergangenen Jahres konnte unsere noch sehr junge Initiative, die Stiftung Deutsches Hautforschungszentrum (DHFZ) erstmals, drei Forschungsförderungspreise ausschreiben, die mit je 20.000,00 € dotiert sind. Das Geld soll für die Finanzierung eines Doktoranden Verwendung finden. Antragsteller sollten die Leiter von Arbeitsgruppen sein, die in der Regel das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Eine bereits bestehende oder angestrebte öffentliche Drittmittelförderung (z.B. bewilligte DFG-, BMBF- oder EU-Projekte) wurde gewünscht, sodass die Doktorandenstelle als eine Art Co- oder Anschubfinanzierung verstanden werden soll. 

Uns erreichte eine Vielzahl qualitativ sehr hochwertiger Bewerbungen. Dem Kuratorium, das über die Vergabe der Preise zu entscheiden hatte, gehörten neben dem Vorstand der Stiftung, den Herren Prof. K. Asadullah und Herrn Prof. W. Sterry, weiterhin Herr Prof. H. Gollnick und Herr Prof. J. Krutmann als Vertreter des Wissenschaftlichen Beirats an.

Inzwischen stehen die 3 Preisträger fest. Dies sind Herr Dr. Robert Sabat von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Berlin, Herr Prof. Dr. Martin Leverkus von der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Frau Prof. Dr. Young-Ae Lee von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie der Charité Berlin. Die prämierten Projekte befassen sich mit recht unterschiedlichen Themen und sollen hier kurz vorgestellt werden.

Die Rolle von IL-22-Bindungsprotein bei der Psoriasis und anderen entzündlichen Erkrankungen (Dr. Robert Sabat)

In den letzten Jahren fanden die Kollegen um Herrn Sabat Hinweise auf eine pathophysiologische Rolle von Interleukin (IL)-22, einem kürzlich entdecktem Zytokin, bei der Psoriasis. Sie stellten eine erhöhte IL-22 Expression in der erkrankten Haut, zahlreiche Übereinstimmungen von Veränderungen der IL-22-behandelten Keratinozyten und der Keratinozyten aus psoriatischen Hautläsionen fest und eine Korrelation zwischen der IL-22 Blutkonzentrationen und der Erkrankungsintensität. Dies lässt hoffen, dass die Inhibition der Wirkung von IL-22 zur Besserung der Psoriasis führen könnte. Das IL-22 Bindungsprotein (IL-22BP) könnte dafür ein spannender Kandidat sein. Diese Hypothesen sollen jetzt weiter verfolgt werden. Ziel des geförderten Projektes ist es, die Biologie von IL-22BP besser zu untersuchen und einen möglichen therapeutischen Einsatz zu validieren.

Die Bedeutung des Todesrezeptors TRAIL-R1 für die TRAIL-vermittelte Auslösung des programmierten Zelltodes (Apoptose)  humaner Melanomzellen. (Prof. Dr. Martin Leverkus)

Der finanzierte Doktorand wird im Rahmen des Projektes die Bedeutung des Todesrezeptors TRAIL-R1, der auf vielen Melanomen in vitro nicht nachweisbar ist, durch induzierbare Rekonstituierung in verschiedenen Melanomzellen klären. Langfristiges Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den denkbaren Einsatz von TRAIL-R1 und/oder TRAIL-R2 aktivierenden, derzeit präklinisch und in Phase-I-Studien untersuchten Substanzen durch in vitro und in vivo Untersuchungen hinsichtlich ihres klinischen Einsatzes beim  metastasierten malignen Melanom zu vertiefen.

Erstellung eines epidermis-spezifischen knockout Mausmodells für die funktionelle Charakterisierung von Kollagen 29 in der Pathogenese der atopischen Dermatitis (Prof. Dr. Young-Ae Lee)

Frau Prof. Lee befasst sich mit den genetischen Ursachen der atopischen Dermatitis. Sie hatte in ihren Vorarbeiten den ersten Genort für die atopische Dermatitis auf Chromosom 3 identifiziert. Durch eine systematische Untersuchung dieser Region hat sie nun das Krankheitsgen entdeckt, das ein neues extrazelluläres Matrixprotein, das Kollagen XXIX, kodiert. Es handelt sich um ein sogenanntes unkonventionelles Kollagen, das nicht ubiquitär in Bindegeweben, sondern spezifisch in epithelialen Organen, wie Haut, Lunge, Verdauungstrakt und Testis eine Rolle spielt, und bei Patienten mit atopischer Dermatitis in den äußersten Schichten der Epidermis nicht mehr nachweisbar ist. Mit dem Forschungsförderungspreis wird sie die funktionelle Charakterisierung dieses neuen epidermalen Kollagens im Tiermodell fortsetzen.

Die Preise wurden bei der Tagung der Berliner Dermatologischen Gesellschaft im Februar übergeben. Wir freuen uns, dass wir würdige Preisträger gefunden haben und sind davon überzeugt, mit den Preisgeldern wichtige und spannende Projekte ein wenig unterstützen zu können. Die Stiftung wird prüfen, ob auch in den folgenden Jahren die Ausschreibung von Forschungsförderungspreisen möglich sein wird. 

Prof. Dr. med. Khusru Asadullah                              Prof. Dr. med. Wolfram Sterry

Berlin, den 6. März 2008

 

Diesen Artikel finden Sie im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2008, Heft 5, S. 428 f. bzw. über diesen Link: JDDG Mai 2008 




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